Selbstfürsorge - nur ein weiteres To-Do?

Am Ende dieses Jahres fühle ich Erschöpfung, wie so viele Menschen.

Auch in meinen Beratungen saßen immer wieder (vor allem) erschöpfte Mütter. Wir haben viel über  S e l b s t f ü r s o r g e  gesprochen und wie diese gelingen kann. Und je öfter ich mit den Müttern und Vätern darüber spreche und darüber nachdenke, umso mehr wird mir bewusst, dass für viele (auch für mich) selbst die Selbstfürsorge  z u   v i e l  ist.

´Mach nur genug Selbstfürsorge und schon wird alles gut.` Das impliziert gleichzeitig, dass wir selber Schuld an unserer Erschöpfung wären - haben wir halt nicht genügend auf uns aufgepasst. Was für eine Last, was für ein Druck, und was für ein Unsinn, wenn wir bedenken, was für Krisen allgegenwärtig sind.

Ein Saunabesuch, einen Ausflug ans Meer, ins Kino gehen, Gespräche mit Freunden - alles Dinge die ich liebe und die ich definitiv als Selbstfürsorge beschreiben würde. Doch gleichzeitig: nur ein weiterer Punkt auf meiner To-Do-Liste.

Was, wenn Selbstfürsorge viel einfacher ist, als wir denken? Was, wenn Selbstfürsorge auch sein kann, früh schlafen zu gehen, anstatt ins Kino mit der Freundin? Was, wenn die Wohnung putzen und die Ordnung hinterher Selbstfürsorge sein kann? Was, wenn Laub harken Selbstfürsorge sein kann? Was, wenn es ok ist, stundenlang bei Insta zu datteln, anstatt sich Digital Detox aufzuerlegen, nicht durchzuhalten und sich darüber zu ärgern?

Was, wenn wir gar nicht mehr so viel planen müssen, um selbst für uns zu sorgen? Was, wenn wir, anstatt Großes zu planen, lieber im Kleinen schauen und dadurch den Druck, nun endlich Selbstfürsorge zu betreiben, rausnehmen können?

Gedanken zum Jahresende.

Herzlichst

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